Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke stehen seit Jahren in der Kritik. Wir wollten wissen: Steckt in Cola Zero wirklich weniger Zucker?
Im Labor haben wir Coca‑Cola Original und Cola Zero mit drei Methoden verglichen: der Fehling‑Probe als Nachweis reduzierender Zucker, einem Ei‑Experiment zur Dichte und dem Blick auf die nackten Nährwertzahlen. Unsere Hypothese: Die normale Cola enthält deutlich mehr ZuckerS und das müsste man messen können.
Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke stehen seit Jahren im Fokus ernährungswissenschaftlicher Debatten. Coca‑Cola gehört zu den meistkonsumierten Getränken weltweit und ist für seinen hohen Zuckergehalt bekannt. Parallel haben sich zuckerfreie Varianten wie Cola Zero etabliert, die mit Süßstoffen gesüßt werden ganz ohne nennenswerten Energiegehalt. Genau diesen Unterschied wollten wir nicht nur glauben, sondern sehen.
Die Fehling‑Probe weist reduzierende Zucker wie Glucose und Fructose nach. Dafür werden zwei Lösungen gemischt: Fehling‑I (Kupfer(II)‑sulfat) und Fehling‑II (Kaliumnatriumtartrat in Natronlauge). Zusammen bilden sie einen tiefblauen Kupfer(II)‑Tartrat‑Komplex.
Beim Erhitzen reduziert ein vorhandener Zucker die Kupfer(II)‑Ionen (Cu²⁺) zu Kupfer(I) (Cu⁺) dabei fällt ein ziegelroter Niederschlag aus Kupfer(I)‑oxid (Cu₂O) aus. Rot bedeutet also: Zucker ist da.
Bei Cola Zero passiert das nicht: Die Süße stammt aus Aspartam und Acesulfam‑K, nicht aus Zucker. Diese Süßstoffe besitzen keine reduzierende Gruppe die Lösung bleibt blau‑türkis, ein klarer Negativnachweis. In unserem Versuch trübte sie sich durch die Eigenfarbe der Cola sogar blau‑schwarz, aber eben ohne jede Rotfärbung.
Cola Zero schmeckt süß, enthält aber praktisch keinen Zucker. Möglich machen das künstliche Süßstoffe: Stoffe, die unsere Süßrezeptoren auf der Zunge reizen, vom Körper aber kaum verwertet werden. Sie liefern so gut wie keine Energie und genau deshalb reagieren sie auch nicht mit der Fehling‑Lösung.
Die Fehling‑Probe weist nur reduzierende Zucker nach also Zucker mit einer freien Aldehyd‑ oder Ketogruppe wie Glucose und Fructose, die Kupfer‑Ionen reduzieren können. Süßstoffe besitzen diese Gruppe nicht. Keine Reduktion, kein roter Niederschlag, blaue Lösung.
Besteht aus zwei Aminosäure‑Bausteinen. Weil winzige Mengen genügen, ist der Energiebeitrag vernachlässigbar. Aspartam ist nicht hitzestabil daher eignet es sich nur für kalte Getränke.
Hitzestabil und wird vom Körper unverändert wieder ausgeschieden also kalorienfrei. In Cola Zero wird es mit Aspartam kombiniert, um einen runderen, zuckerähnlichen Geschmack zu erzielen.
Nach dem Archimedischen Prinzip schwimmt ein Körper, sobald die ihn umgebende Flüssigkeit dichter ist als er selbst. Ein Ei (≈ 1,03–1,04 g/cm³) erreicht in zuckerhaltiger Cola genau diese Grenze und steigt auf in reinem Wasser oder Cola Zero (≈ 1,00 g/cm³) sinkt dasselbe Ei zu Boden.
Ein hartgekochtes, geschältes Ei wurde in ein hohes Becherglas gelegt und mit Cola Original übergossen, bis es bedeckt war. Ein deutlicher Teil des Eis ragte aus der Flüssigkeit heraus die Auftriebskraft der zuckerhaltigen Cola war größer als die Gewichtskraft des Eis. In Wasser oder Cola Zero wäre dasselbe Ei gesunken.
Alle drei Methoden bestätigten die Hypothese: Cola Zero enthält keinen nennenswerten Zucker, normale Cola dagegen jede Menge.