Coca-Cola Original Taste
Coca-Cola Zero Sugar
CHEMIE‑LABOR · JS2 · CARL‑SCHAEFER‑SCHULE

Wie süß ist
deine Cola wirklich?

Eine Scroll‑Reise durch drei Experimente, die den Zuckergehalt von Cola und Cola Zero sichtbar machen.

von Sebastian Frech & Lasse Schäfer
SCROLLEN
WORUM ES GEHT

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke stehen seit Jahren in der Kritik. Wir wollten wissen: Steckt in Cola Zero wirklich weniger Zucker?

Im Labor haben wir Coca‑Cola Original und Cola Zero mit drei Methoden verglichen: der Fehling‑Probe als Nachweis reduzierender Zucker, einem Ei‑Experiment zur Dichte und dem Blick auf die nackten Nährwertzahlen. Unsere Hypothese: Die normale Cola enthält deutlich mehr ZuckerS und das müsste man messen können.

Zuckerhaltige Erfrischungsgetränke stehen seit Jahren im Fokus ernährungswissenschaftlicher Debatten. Coca‑Cola gehört zu den meistkonsumierten Getränken weltweit und ist für seinen hohen Zuckergehalt bekannt. Parallel haben sich zuckerfreie Varianten wie Cola Zero etabliert, die mit Süßstoffen gesüßt werden ganz ohne nennenswerten Energiegehalt. Genau diesen Unterschied wollten wir nicht nur glauben, sondern sehen.

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UNSERE ARBEITSHYPOTHESE

Herkömmliche Cola enthält deutlich mehr Zucker als Cola Zero nachweisbar durch eine positive Fehling‑Probe, eine höhere Dichte und ein schwimmendes Ei.

01 — Fehling-Probe
Qualitativer Nachweis reduzierender Zucker. Rotfärbung = Zucker vorhanden.
02 — Ei & Dichte
Gelöster Zucker erhöht die Dichte. Ein Ei macht den Unterschied sichtbar.
03 — Nährwerte
Der Blick aufs Etikett: Gramm Zucker, umgerechnet in Würfel und WHO-Limit.
DIE ZWEI KONTRAHENTEN

Gleicher Geschmack,
komplett anderer Zucker

Beide schmecken süß doch nur eine enthält echten Zucker. Cola Zero wird mit den Süßstoffen Aspartam und Acesulfam‑K gesüßt, die rund 200‑mal süßer sind als Zucker praktisch ohne Kalorien.

Coca-Cola Original Taste
10,6 g
Zucker pro 100 ml · 17 Würfel / 0,5 L
Coca-Cola Zero Sugar
< 0,5 g
Zucker pro 100 ml · 0 Würfel
SCHRITT 01 · EINSCHENKEN

Ein Glas voll
gelöstem Zucker

Coca‑Cola Original enthält rund 10,6 g Zucker pro 100 ml gesüßt mit Glucose‑Fructose‑Sirup. In jedem Schluck löst sich weit mehr Süße auf, als das Auge vermutet.

Weil der Zucker vollständig gelöst ist, bleibt die Cola klar und man sieht ihn nicht er steckt unsichtbar in jedem Milliliter. Scroll weiter und füll das Glas.

0% gefüllt
SCHRITT 02 · DER ZUCKERBERG

Eine Flasche.
17 Würfel.

In einer 0,5‑Liter‑Flasche stecken etwa 53 g Zucker das sind rund 17 Zuckerwürfel à 3 g. Würde man sie einzeln zählen, käme dieser Stapel zusammenS mehr Zucker, als die WHO für einen ganzen Tag empfiehlt.

0 / 17 Würfel
VERSUCH 1 · FEHLING‑PROBE

Rot heißt Zucker.
Blau heißt: kein Zucker.

Die Fehling‑Probe weist reduzierende Zucker wie Glucose und Fructose nach. Dafür werden zwei Lösungen gemischt: Fehling‑I (Kupfer(II)‑sulfat) und Fehling‑II (Kaliumnatriumtartrat in Natronlauge). Zusammen bilden sie einen tiefblauen Kupfer(II)‑Tartrat‑Komplex.

Beim Erhitzen reduziert ein vorhandener Zucker die Kupfer(II)‑Ionen (Cu²⁺) zu Kupfer(I) (Cu⁺) dabei fällt ein ziegelroter Niederschlag aus Kupfer(I)‑oxid (Cu₂O) aus. Rot bedeutet also: Zucker ist da.

Bei Cola Zero passiert das nicht: Die Süße stammt aus Aspartam und Acesulfam‑K, nicht aus Zucker. Diese Süßstoffe besitzen keine reduzierende Gruppe die Lösung bleibt blau‑türkis, ein klarer Negativnachweis. In unserem Versuch trübte sie sich durch die Eigenfarbe der Cola sogar blau‑schwarz, aber eben ohne jede Rotfärbung.

REAKTIONSGLEICHUNG
R‑CHO  +  2 Cu²⁺  +  2 OH⁻  →  R‑COOH  +  Cu₂O↓  +  H₂O
SO LIEF DER VERSUCH AB
  1. 1Je 2 ml Cola, Cola Zero und Wasser (Blindprobe) in beschriftete Reagenzgläser pipettieren.
  2. 2Je 1 ml Fehling‑I und 1 ml Fehling‑II zugeben die Lösung wird tiefblau.
  3. 3Reagenzgläser ca. 5 Minuten in ein 80–90 °C heißes Wasserbad stellen.
  4. 4Farbe beobachten: Rotfärbung = reduzierender Zucker, Blau bleibt = kein Zucker.
Cola
ziegelroter Niederschlag
Cola Zero
bleibt blau — kein Zucker
WARUM COLA ZERO BLAU BLEIBT

Süße ganz ohne Zucker

Cola Zero schmeckt süß, enthält aber praktisch keinen Zucker. Möglich machen das künstliche Süßstoffe: Stoffe, die unsere Süßrezeptoren auf der Zunge reizen, vom Körper aber kaum verwertet werden. Sie liefern so gut wie keine Energie und genau deshalb reagieren sie auch nicht mit der Fehling‑Lösung.

Die Fehling‑Probe weist nur reduzierende Zucker nach also Zucker mit einer freien Aldehyd‑ oder Ketogruppe wie Glucose und Fructose, die Kupfer‑Ionen reduzieren können. Süßstoffe besitzen diese Gruppe nicht. Keine Reduktion, kein roter Niederschlag, blaue Lösung.

Aspartam
E 951 · ~200× süßer als Zucker

Besteht aus zwei Aminosäure‑Bausteinen. Weil winzige Mengen genügen, ist der Energiebeitrag vernachlässigbar. Aspartam ist nicht hitzestabil daher eignet es sich nur für kalte Getränke.

Acesulfam‑K
E 950 · ~200× süßer als Zucker

Hitzestabil und wird vom Körper unverändert wieder ausgeschieden also kalorienfrei. In Cola Zero wird es mit Aspartam kombiniert, um einen runderen, zuckerähnlichen Geschmack zu erzielen.

VERSUCH 2 · DICHTE & AUFTRIEB

Das Ei, das
schwimmt

Zucker löst sich in der Cola vollständig auf und erhöht ihre Dichte. Nach dem Archimedischen Prinzip schwimmt ein Körper, sobald die Flüssigkeit dichter ist als er selbst in zuckerhaltiger Cola steigt das Ei auf, in Wasser oder Cola Zero sinkt es.

ρFlüssigkeit ≥ ρKörper  →  der Körper schwimmt
DICHTE & AUFTRIEB — IM DETAIL

Nach dem Archimedischen Prinzip schwimmt ein Körper, sobald die ihn umgebende Flüssigkeit dichter ist als er selbst. Ein Ei (≈ 1,03–1,04 g/cm³) erreicht in zuckerhaltiger Cola genau diese Grenze und steigt auf in reinem Wasser oder Cola Zero (≈ 1,00 g/cm³) sinkt dasselbe Ei zu Boden.

Cola (mit Zucker)≈ 1,04 g/cm³
Wasser / Cola Zero≈ 1,00 g/cm³
UNSERE BEOBACHTUNG

Ein hartgekochtes, geschältes Ei wurde in ein hohes Becherglas gelegt und mit Cola Original übergossen, bis es bedeckt war. Ein deutlicher Teil des Eis ragte aus der Flüssigkeit heraus die Auftriebskraft der zuckerhaltigen Cola war größer als die Gewichtskraft des Eis. In Wasser oder Cola Zero wäre dasselbe Ei gesunken.

ERGEBNISSE AUF EINEN BLICK

Cola vs. Cola Zero

Eigenschaft
Cola Original
Cola Zero
Zucker (Hersteller)
≈ 10,6 g / 100 ml
< 0,5 g / 100 ml
Fehling‑Probe
ziegelrot (Cu₂O)
bleibt blau
Dichte (geschätzt)
≈ 1,04 g/cm³
≈ 1,00 g/cm³
Ei‑Experiment
Ei schwimmt
Ei sinkt
WAS DAS FÜR DICH BEDEUTET

Eine 0,5‑L‑Flasche Cola enthält 53 g Zucker — etwa 17 Würfel.

50 g
WHO‑Tageshöchstmenge für freien Zucker (Erwachsene)
53 g
in einer einzigen halben Liter‑Flasche Cola

Eine Flasche überschreitet das Tageslimit bereits allein. Die zuckerfreie Variante kann im Alltag sinnvoll sein sofern man synthetische Süßstoffe toleriert.

GUT ZU WISSEN
106 g
Zucker in einer 1‑Liter‑Flasche Cola mehr als das Doppelte des WHO‑Tageslimits.
pH ≈ 2,5
Durch Phosphorsäure ist Cola stark sauer vergleichbar mit Zitronensaft.
200×
So viel süßer als Zucker sind die Süßstoffe in Cola Zero winzige Mengen genügen.
FAZIT

Alle drei Methoden bestätigten die Hypothese: Cola Zero enthält keinen nennenswerten Zucker, normale Cola dagegen jede Menge.

FEHLERQUELLEN & GRENZEN
  • Die Fehling‑Probe ist nur qualitativ und durch die Eigenfarbe der Cola erschwert.
  • Das Ei‑Ergebnis hängt von der individuellen Dichte des Eis ab (frisch vs. alt).
  • Gelöste Kohlensäure beeinflusst die Dichtemessung Getränke besser entgasen.